Kapitel zwei · 1986 — 1995

Die Computerschule

„PCs waren 1986 in, jeder wollte einen haben. Der Bedarf an Schulungen musste hoch sein — wusste ich doch, wie schwer mir anfangs der Umgang mit dem PC fiel.“
Der Leuchtturm, Studentenkneipe in Berlin-Schöneberg, 1976
Der Leuchtturm, um 1976

Berlin

Als Student arbeitete ich von Freitag bis Sonntag im Leuchtturm, eine urige Studentenkneipe in Berlin-Schöneberg.

Biergarten Golgatha in Kreuzberg
Golgatha, Kreuzberg

Ideen und Konzepte

40.000 Mark

Sechs PCs à 6.000 DM, 6 Drucker à 300 DM, ein Projektor für 400 DM und 6 Arbeitsplätze: insgesamt also ca. 40.000 DM.

Die erste Enttäuschung: Wir waren nur zu dritt. Die gründeten eine Computerschule. Arne 30 Prozent, ich 70.

In der Kantstraße

Das war mir ein Bier wert

Arne zahlte 3.000 DM ein, ich 7.000. Eine teilgewerbliche Wohnung in der Kantstraße, 68 qm, 800 DM Miete. Wir verzichteten aufs Gehalt.

Sechs Wochen später rief die Schering AG an. Danach Dr. Bruno Lange: über 20.000 DM Auftrag, zehn Jahre Stammkunde.

„Das war mir ein Bier wert. Ich ging ins Kempinski und genehmigte mir ein Weißbier für 7 DM.“
Schulungsraum in der Lietzenburger Straße
Schulungsraum

Der PC und MS-DOS

Der PC und MS-DOS

Anzeigen sind schön und gut — aber du musst deine Kompetenz zeigen. Schreib ein Büchlein.

Über 1.000 Betriebe erhielten sie gratis, mehr als 10.000 Exemplare wurden bestellt. Insgesamt über 50.000.

Broschüre: Der PC und MS-DOS — DIREKT Computerschulung, 1987
Die Broschüre, 1987
Anzeige: »Es gibt sehr gute Gesetze« — DIREKT Computerschulung, 1988
Es gibt sehr gute Gesetze, 1988
Sonntägliche Anzeigen im Tagesspiegel und das Seminarprogramm 1987
Tagesspiegel & Seminarprogramm

Lietzenburger Straße

420 qm

Im Februar 1988 zogen wir: Lietzenburger Straße, 420 qm mit Stuckdecken, vier Schulungsräume. Der Projektor an den PC des Teilnehmers — der Dozent hatte dauernden Augenkontakt.

Und dann kam der Auftrag: bundesweit Dozenten zu schulen, die zertifizierte Microsoft-Trainingszentren werden wollten.

„Und dann kam es zum Bruch zwischen Arne und mir. Betrogen, geflogen. Nimmerklug.“
Anzeige »Computern ohne Kopfzerbrechen« mit Karikatur von Michael Sowa
Computern ohne Kopfzerbrechen
Anzeige: Die beste Computerlösung — DIREKT Computerlösungen, Berlin 1987
Die Anzeige, 1987

DIREKT

„Vergleichen Sie die Geräte und was Sie können. Arbeiten Sie etwas mit der Software. Sagen Sie uns, was Sie brauchen.“

„Wie schreibe ich einen Brief, wie kopiere ich, gestalte ich eine Rechnung, wie erstelle ich Kundendatei?“ Das war das Konzept.

Das DIREKT-Server, Berlin
DIREKT, Berlin-Mitte
Die Mitarbeiter von DIREKT, 1989
Die Mitarbeiter von DIREKT

Das Team

Ich bezahlte gut

1989: eine Sekretärin, vier feste Dozenten, eine Auszubildende und freie Mitarbeiter — jeder feste bekam 5.000 DM brutto im Monat, ich den gleichen Lohn.

Nach der Mauer

Über 1,5 Millionen

Mieten von 6.000 auf 16.000 DM. Franchising. Und Lehrhefte: 18 Titel, über 100.000 Exemplare.

Vernissage mit 400 bis 500 Kunden, Sendung auf RIAS Berlin — und über 1,5 Mio. DM Umsatz pro Jahr.

Einladung zur Vernissage 1991 mit Bild von Michael Sowa
Vernissage 1991

Das Ende

Nimmerklug

Die Kasse: fünfstelliger Bestand. Es waren um die 20 Mark drinnen. Nimmerklug.

Das war der Anfang vom Ende. Im Oktober 1995 verkaufte ich alle Anteile an Hermann.

Literaturhaus in der Fasanenstraße, Berlin
Literaturhaus
Kapitel drei

Der Verlag