Kapitel eins · 1972 — 1986
Studium und Folgezeit
„Alles war leicht, kinderleicht. Ich war dick, stark und ehrgeizig. Das war im Kindergarten.“


1979
25 Jahre später
Ich habe offiziell schon 14 Semester auf der TU München, TU Berlin und FU Berlin studiert, die Scheine in Sport und Mathematik gehabt — aber keine Ahnung, wirklich keine Ahnung.
Ein Jahr lang: täglich 12 Stunden, in 10 Fächern, nur mit Büchern und meinen Gedanken, ab 7 Uhr vormittags. Ohne Vorlesungen, ohne Professoren.
Staatsexamen
Eine 1. Und eine 5.
Schwerpunkt · Funktionentheorie
„Ich prüfe Sie, möchte aber vorher etwas über Ihr Leben wissen.“
»Erarbeiten Sie einen Vortrag über die Gammafunktion.« 14 Tage später hielt ich den Vortrag — völlig frei. Der Vortrag lief.
Sport: eine 3. Funktionentheorie: eine 1. Die Hausarbeit: eine 1.
Grundlagen der Mathematik: eine 5. Wiederholungsprüfung bestanden. Louhivaara bot mir die Promotion an.
„Er könnte fast garantieren, dass ich eine Professur erhielte.“

Referendariat
Berlin-Spandau, Bertolt-Brecht-Oberschule. Die Kollegen waren alles Computerfreaks. Der erste Rechner lief noch unter CP/M, dem Urvater von MS-DOS, mit zwei 20-KB-Disketten.
„Also kein Professor, kein Lehrer. Alles offen.“
Lehrerschwemme
Wir haben eine große Warteliste
18 Monate, Mathematik und Sport, Klassenfahrten — zehn Tage in Aarhus. Die Kollegen wollten mir die Fachbereichsleitung übertragen.
25 Kollegen wollten mir jeweils eine Stunde abgeben. Der Personalrat lehnte ab: »Wir haben eine große Warteliste.«


Etter & Partner
Herbst 1984. Michael fragte mich, ob ich für die Alternative Liste den Rechenschaftsbericht der Fraktion schreiben könnte. Ende Oktober legte ich den Bericht vor.
Eleven weitere Wahlbroschüren, das Kurzprogramm mit einer Auflage von 100.000. Die Alternative Liste zog mit 10,6 Prozent ins Parlament ein. Für mich zog etwas anderes ein: die Frage, ob ich wieder für mich arbeiten sollte.
